Historie bis 2010


2010

Stiftung Industriekultur Ennepetal gegründet



Prof. Dr. Reinhard Döpp, der Initiator des Industrie-Museums Ennepetal hat die Stiftung Industrie-Kultur Ennepetal gegründet. Diese ist im April 2010 von der Bezirksregierung Arnsberg als Stiftung gemäß § 80 des Bürgerlichen Gesetzbuches anerkannt worden. Mit dem neuen juristischen Status verbindet sich die Hoffnung, dass nunmehr durch Spenden von Privatpersonen und Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln  die anstehenden Aufgaben besser bewältigt werden können. Gerade die Sicherung der Gebäude und das Erfüllen der Sicherheitsauflagen verursachen   hohe Kosten.

Zweck der Stiftung ist es, das Industrie-Museum Ennepetal auf   dem Gelände der früheren Eisengießerei F.W. Kruse KG auf der östlichen Ennepeseite mit den zwei denkmalgeschützten Gebäuden, Schieferhaus und Backsteingebäude, weiter auf- und auszubauen.  

Das Stiftungsfest fand am 12. September 2010 auf dem Gelände des zukünftigen Industrie-Museums statt.

 
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Ausstellung "À la Jacquard"


Der Kreisheimatbund war Initiator des Ausstellungsprojektes "À la Jacquard" in Zusammenarbeit mit der Ruhr.2010 GmbH in den Räumen des Industrie-Museums Ennepetal vom 05.09. - 15.10.2010.
Das Weberhandwerk war viele Jahrzehnte, so wie Kohle und Stahl für das Ruhrgebiet, im Bergischen und teilweise im Märkischen, für große Teile der Bevölkerung die Haupterwerbsquelle. Mit Joseph Marie Jacquard - sein Name war wortbildend für die Benennung des Projektes - ist die lochkartengesteuerte Programmierung für Webstühle verbunden. Diese sich daraus entwickelnde Automatisierung wird als einer der Grundsteine für die Industrialisierung angesehen. Auch werden Bezüge bis hin zur Computertechnik hergestellt.
Die gravierenden gesellschaftlichen Folgen der Industrialisierung werden gerne an der sozialen Situation der Weber festgemacht. Diese richteten ihren Unmut gegen die sich verändernden Produktionsbedingungen im 19. Jahrhundert. Die Konkurrenz der kostengünstiger herzustellenden Baumwollprodukte ließen die Absatzmärkte für Leinen- und Wollwaren einbrechen. Viele Weber waren dadurch in ihrer bisherigen Existenz bedroht. Auch Künstler und Literaten des 19. und 20. Jahrhunderts nahmen sich dieser Thematik an, schilderten das Elend und klagten die Verhältnisse an.
Eine erneute Hinwendung zum Thema mit den Mitteln der Kunst und Entfremdung gestaltet der Künstler und Initiator der Ausstellung Prof. Bernhard Matthes in Zusammenarbeit mit Künstlern aus Nordrhein- Westfalen, Sachsen, Polen und Tschechien.
Assoziativ inszenieren sie Vergangenes und möchten das Bewusstsein  der Betrachter für Gegenwarts- und Zukunftsprobleme schärfen. Sie möchten damit auch "das was unser Leben so nachhaltig geprägt hat, in Erinnerung rufen."

Die Ausstellung wurde auch in der gleichfalls durch die Textilindustrie gepägten Stadt Görlitz gezeigt.